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Biomethananlage: ja/nein - wo/wie

Karneval/Silvester/Erntedank? Hier zur Zeit wohl eher nicht, Oder?

Die große Frage: Kommt die Biomethananlage an der Paulinenauer Straße oder nicht? - konnte auf der Gemeindevertretersitzung am 24.09.2009 noch nicht abschließend geklärt werden. Feststeht jedoch, dass die Pessiner Gemeindevertreter die Aufstellung eines Bebauungsplanes (B-Plan) für die Errichtung einer Biomethananlage an der Paulinenauer Straße beschlossen haben. Kostenträger des Planverfahrens ist die Regensburger Firma "Aufwind Neue Energien GmbH", welche später an diesem Standort die Anlage errichten möchte.
Bereits auf der Einwohnerversammlung am 08.09.2009 und im Vorfeld der Gemeindevertreter- sitzung vom 24.09.2009 äußerten die Anwohner der Paulinenauer Straße (Pessin Ausbau) ihren Unmut über das Bauvorhaben. In einem offenen Brief an alle Gemeindevertreter teilten sie ihre Bedenken, welche sich auf die Größe der Anlage bis zur etwaigen Geruchs- und Geräuschs- belästigung beziehen. Der Großteil ihres Unmutes richtet sich jedoch auf den zu erwartenden Verkehr und der damit entstehenden Belastungen der Anwohner.
Für einen Teil des Unmutes brachten die Gemeindevertreter Verständnis auf, bzgl. der Vorschläge einer Verlegung des Standortes näher an die B5 bzw. an die Gasleitung oder ans Selbelanger Trockenwerk konnten sich die Gemeindevertreter nicht begeistern lassen. Da durch eine Verlegung des Standortes die Gemeinde Pessin die Möglichkeit verlieren wird, um Einfluss auf die Planung der Infrastruktur um die Biomethananlage zu nehmen. Schließlich gehört zum Beispiel das Trockenwerk in den Einflussbereich der Gemeinde Paulinenaue, eine direkte Auswirkung auf den Kern der Nachbargemeinde hätte der Bau der Biomethananlage nicht, doch Pessin und auch die Paulinenauer Straße wären von etwaigen Verkehraufkommen trotzdem betroffen. Bedenken hinsichtlich des Betreibers und der Größe der Anlage wurden den Vertreter der Aufwind Neue Energien GmbH, Herr Warmbold sowie durch den Geschäftsführer der Havelluch Agrar GmbH, Herrn Gerhard Goßmann beantwortet. Für die Aufwind Neue Energien GmbH und seinen Geldgebern beginnt das Unternehmen „Biogas“ erst in Anlagen dieser Größenordnung wirtschaftlich rentabel zu sein, hingegen sieht sich die Havelluch Agrar GmbH wirtschaftlich nicht in Lage eine Anlage in solcher noch eine vergleichbare Anlage wie in Retzow zu betreiben. Die Havelluch Agrar GmbH sieht die geplante Biomethananlage als stabile Absatzmöglichkeit und so eine Möglichkeit Arbeitsplätze in der Region und somit auch Einnahmen für die Gemeinde Pessin zu sichern. Bleibt für die Pessiner Bewohner zu hoffen, dass die Havelluch Agrar GmbH vielleicht auch noch ein paar Cent als Eigentümer für eine etwaige Renovierung/Sanierung das Saales im Pessiner Luch übrig haben. Denn der jetzige Zustand ums Pessiner Luch ist aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, aus kommunalpolitischer und kommunalkultureller Sicht als Desaster zu werten.

Ungefährer Lageplan

Biogasanlage Retzow Eine Größenordnung mit der die Anwohner wohl eher problemlos leben könnten!

Wieso entscheiden sich die Gemeindevertreter trotz der Bedenken der Anwohner trotzdem für die Aufstellung des B-Planes? Sicherlich sind die Bedenken der Anwohner der Paulinenauer Straße nicht unbegründet und werden auch durch den B-Plan nicht vollends aus dem Weg geräumt sein. Die Gemeindevertreter jedoch wollen dem Projekt und der damit verbundenen Möglichkeit den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben ein ökologisch vernünftigen Absatzplatz zu schaffen eine Chance geben. Aus dem B-Plan erhoffen sich die Gemeindevertreter Antworten auf die noch vielen offenen Fragen der Gemeindevertreter selbst sowie der umliegenden Anwohner der Paulinenauer Straße zu erhalten und welche Möglichkeiten bestehen, den Standort so sozial- und verkehrsökologisch wie möglich auch mit Mitteln der Landschafts- und Verkehrsplanung zu gestalten. Dabei wird es dann zu einer Prüfung kommen ob die ökologischen Interessen der Gemeinde insbesondere der unmittelbaren Anwohner und die ökonomischen Interessen der Aufwind Neue Energien GmbH in Einklang zu bringen sind. Schließlich sagte Herr Warmbold auf der Gemeindevertretersitzung: „Es kann dann aber auch sein, dass das Projekt für mich nicht mehr wirtschaftlich ist.“ Somit ist zurzeit noch alles offen. Denn durch den Aufstellungsbeschluss eines B-Plan hat die Gemeindevertretung noch nicht dem Bau der Biomethananlage zugestimmt, sondern hat erst die Aufstellung einer etwaigen Bauanleitung für den Bau der Biomethananlage und seiner umliegenden Infrastruktur geschaffen. Der Beschluss des B-Planes an sich durch die Gemeindevertretung legt dann erst fest, wie das vorgesehene Gebiet genutzt und bebaut werden kann und welche Dinge dabei zu berücksichtigen sind.
Deshalb sollten sich die betroffenen Bürger nicht entmutigen lassen und sich nicht im Stich gelassen fühlen. Im Gegenteil sie sollten sich aktiv an der Phase der Bauplanung beteiligen, um so die Umsetzung ihrer Forderung zur Erhaltung eines wohnenswertend Umfeldes an der Paulinenauer Straße Nachdruck zu verleiten. Ideen wie eine Fuß- und Radweg entlang der Paulinenauer Straße von der B5 an, der Wegeausbau von Teilen der Paulinenauer Straße oder den Bau von begrünten Lärmschutzwällen um die Anlage bis hin zur Begrenzung der Bauhöhe und Versetzung der Fermenter ins Erdreich hinein sollten dabei nur einen Anfang bilden.

 

Geburtstagsgeschenk mit einem Jahr Verspätung

Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Pessin - Das größte Geschenk für die Kameraden der Feuerwehr wäre sicherlich, wenn sich zum Geburtstag ein Sponsor für einen neuen Anstrich des Feuerwehrhauses finden würde

Vor einem Jahr zum 75igsten da haben wir es den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr so gewünscht, dass sich ein Sponsor findet, der ihnen zu ihrem Ehrentag das Gerätehaus schön macht. Nun ist es die Gemeinde Pessin und das Amt Friesack, welche den Kameraden der FF diesen Wunsch erfüllen wollen. Besser jetzt als nie sollte man meinen und die eventuellen Schäden schon im Keime beseitigen! Die Gemeindevertreter stellen für Sanierungsarbeiten am Pessiner Gerätehaus 5.000 Euro zur Verfügung und 5.000 Euro kommen noch mal aus dem Feuerwehr-Etat des Amtes Friesack. Mit dieser Geldspritze sollten die dringendsten Arbeiten an der Fassade und ein neuer Farbanstrich zu schaffen sein. Besonders hervorgehoben wurde mit Blick auf die Fassade des Gerätehauses als Ergebnis der letzten Ortsbegehung durch die Wählergruppe PCC die fehlerhafte Regenwasserabführung rund um den Turm, welche bereits sichtbare Schäden hinterlassen hat. Sollte nach der Außensanierung noch etwas Geld über sein, so soll sich die Parkplatzsituation im Bereich des Gerätehauses verbessern durch Schaffung von Parkflächen vorm und neben dem Gerätehaus. Bleibt dann nur noch den Kameraden der FF Pessin zu wünschen, dass sich nach dem Traum vom schönen Haus auch noch der Traum vom einem schönen neuen Einsatzfahrzeug eines Tages erfüllen mag. Vielleicht schauen die Gemeindevertreter ja mal in absehbarer Zeit noch mal in ihre Gemeindekasse um sich auch diesem Traum zu beteiligen, schließlich konnte man am 22. bzw. 24.09.2009 in der MAZ folgende Worte des Pessiner Bürgermeister Dr. Meyer lesen: "Wenn eine Gemeinde eine Feuerwehr haben will, dann muss es ihr das auch wert sein, aus der Gemeindekasse etwas dazu zu geben."
Beim Blick in die Gemeindekasse wird sich dann zeigen, ob Pessin eine moderne Feuerwehr haben will oder es sich einfach nicht leisten kann!

Der Robur - Das Einsatzfahrzeug der FF Pessin - hat sich die Verabschiedung in den Ruhestand sicherlich auch schon verdient